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Projektinformation

FoPS-Projekt: Strategien zum demographischen Wandel: Standort und Standortalternativen


Auftraggeber: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Auftragnehmer: BiP Berlin in Kooperation mit plan-werkStadt und Forschungsbüro Dr. Joachim Scheiner

BearbeiterInnen: Uta Bauer, Christiane Pietsch (BiP Berlin)
Heike Wohltmann (plan-werkStadt)
Dr. Joachim Scheiner

Bearbeitungszeitraum: August 2011 - Februar 2013

Aufgabenstellung:
Ziel des Projektes ist die Weiterentwicklung von Strategien, um Teilhabe und Daseinsvorsorge in ländlichen Räumen zu sichern. Dabei sollen praktikable und finanzierbare Handlungsstrategien aufgezeigt werden, welche die Grundversorgung und gesellschaftliche Teilhabe der Bevölkerung in dünn besiedelten ländlichen Räumen sicherstellen können.


Bearbeitungsmethodik:

Anhand von Sekundäranalysenmehrerer standardisierter Erhebungen (MID 2008, BBSR-Umfrage, Intermobil RegionDresden) wurden Anforderung der Bevölkerung an den Wohnstandort und dieTeilhabechancen der Bevölkerung ermittelt. Die Ergebnisse der quantitativenAnalysen wurden in drei Fallregionen (Landkreis Nordfriesland,Werra-Meißner-Kreis, Landkreis Uckermark) mit Hilfe von Expertengesprächen sowie Bürgerwerkstätten in jeweils zwei Untersuchungsgemeinden überprüft und validiert. Dabei wurde auch nach den Auswirkungen der in den Fallregionen praktizierten Handlungsstrategien auf Verkehrsaufwand, Erreichbarkeit und Teilhabe gefragt.


Ergebnisse:

Nach Auswertungen derrepräsentativen Erhebungen der MID 2008 berichten rund 3% der gesamtdeutschenBevölkerung, Läden für den täglichen Bedarf nicht gut erreichen zu können.Diese Probleme betreffen inüberdurchschnittlich starkem Maße Personen mit geringem Einkommen, geringerBildung, Jugendliche, Alte, Personen ohne Pkw und Haushalte im ländlichen Raum.Beispielsweise berichten in Gemeinden unter 5.000 EW 28% der Bevölkerung ab 65Jahre ohne Pkw im Haushalt über Probleme, Einkaufsgelegenheiten für den täglichen Bedarf zu erreichen. In der Altersgruppe 75+ sind es sogar 32%.Öffentliche Verkehrsmittel können die damit verbundenen Probleme nur sehr begrenzt kompensieren.

Und die Bevölkerung vor Ort – was sagt sie dazu? Auf den Bürgerwerkstätten und in den Interviews mit Experten und betroffenen Haushaltenwurde bestätigt, dass in den Untersuchungsgemeinden nur wenige Haushalte ohne Auto leben. Anhand der Daten von Mobilität in Deutschland zeigt sich allerdings, dass in strukturell vergleichbaren Landkreisen durchaus ein erhebliches Potenzial von Haushalten ohne Pkw (ca. 12-20% der Haushalte) vorhanden ist. Besonders Hochbetagte sind aufgrund häufig eingeschränkter Mobilität einem überdurchschnittlichen Risiko von Teilhabeproblemen ausgesetzt. Allerdings überwiegt in den Untersuchungsgemeinden die Einstellung, dass die Vorteile des Lebens auf dem Lande die Nachteile aufwiegen und derzeit die sozialen Netze noch tragfähig sind. „Man arrangiert sich“,nutzt mobile Versorgungsangebote, bittet bei Bedarf Verwandte und Nachbarn um Unterstützung und kauft auf Vorrat ein. Aber diese funktionierenden Netzwerke bekommen aus verschiedenen Gründen zunehmend Löcher. WirklicheVersorgungsprobleme erwarten viele Bürgermeister mit dem nächsten Generationenwechsel, wenn die Enkel der heutigen älteren Generation ihre Eltern nicht mehr unterstützen können.


Weitere Informationen:
Ausgewählte Ergebnisse sind in der BBSR Online-Publikation "Mobilität, Erreichbarkeit und soziale Exklusion" dokumentiert. Sie kann hier heruntergeladen werden.
Die Ergebnisse der qualitativen Erhebungen sind in einer Broschüre dokumentiert.
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