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Schweriner See

Plattenbaugebiet Schwerin

LageplanRückbauflächen Potenzialanalyse


Beispiel kostengünstiges Eigenheim
Projektinformation

Auftraggeber: Landeshaupstadt Schwerin

Auftragnehmer: BiP Berlin und BPW Hamburg

BearbeiterInnen: Uta Bauer, Susanne Dähner (BiP Berlin),
Nicoletta Resöft, Sabine Kupas (BPW-Hamburg)

Bearbeitungszeitraum: Februar - bis Mai 2007

Aufgabenstellung:
Auf einer Rückbaufläche im Stadtteil Mueßer Holz (Plattenbaugebiet) soll die Potenzialanalyse die mögliche Nachfrage nach preiswerten Eigenheimen (oder auch anderen Wohnformen im Neubau) am Standort Mendelejewstraße/Marie-Curie-Straße ermitteln. Zielgruppe sind in erster Linie sog. Schwellenhaushalte, für die ein preisgünstiges und attraktives Wohnangebot wichtige Argumente wären, im Stadtteil oder der vertrauten Wohnumgebung wohnen zu bleiben.

Bearbeitungsmethodik:
Um belastbare Auskünfte zu erhalten, wurden leitfadengestützte, persönliche Interviews durchgeführt. Im Interview hatten Projektblätter (Haustypen, Kosten, Finanzierung, Eigenleistung, Architektur) die Funktion, ein Bild des möglichen zukünftigen Eigenheimes/Wohnform zuvermitteln. Damit sollten über die verbale Ebene andere Wahrnehmungsmöglichkeiten erschlossen und realistische Rahmenbedingungen zusammengefasst werden. Themen der Befragung waren:
  • Die Zufriedenheit mit der aktuellen Wohnsituation und dem Stadtteil,
  • Die Umzugsbereitschaft und Umzugsplanung,
  • Die Wohnperspektiven und die Bereitschaft Eigentum zu bilden.
Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund der vorliegenden Monitoringdaten der Stadt sowie quantitativer Befragungen interpretiert.

Ergebnisse:
Die quantitative Nachfrage nach Eigenheimen im Mueßer Holz ist aufgrund der unterdurchschnittlichen Haushaltseinkommen von 1.000€ bis 1.100€ (Schwerin: 1.500€) gering. Dennoch lassen sich aus den Befragungsergebnissen Zielgruppen ermitteln, für die preiswerte Eigenheime aus ihren jeweiligen Interessenslagen heraus ein durchaus gefragtes Angebot sein kann. Hierzu zählendie russischen Migranten, die zwar noch stärker als ihre deutschen Nachbarn von Arbeitslosigkeit betroffen sind, jedoch aufgrund ihrer positiven Bindungen an den Stadtteil, ihres Bildungsniveaus und kulturellen Potenzials sowie ihres Engagements im Wohnumfeld eine wichtige Nachfragegruppe stellen. Die zweite Gruppe sind „alteingesessene“, ältere Paare deutscher Herkunft (ab 45 Jahren), die noch in gewachsenen Nachbarschaften wohnen und in der vertrauten Umgebung altwerden möchten sowie über ein vergleichsweise „hohes“ Haushaltseinkommen verfügt. Die Wohnpräferenzen der identifizierten Zielgruppen unterscheiden sich: Die älteren deutschen Haushalte bevorzugen barrierefreien Wohnraum mit einem kleinen Garten oder einer Terrasse. Gebäude im Stil eines Bungalows oder Gartenhofhauses könnten diesen Vorstellungen entsprechen. Familien mit Migrationshintergrund wünschen sich großräumige Gebäude mit einem Garten und Platz für die gesamte Familie. Dabei spielt das generationsübergreifende Wohnen bei ihnen eine sehr wichtige Rolle. Reihenhäuser werden von ihnen insbesondere wg. der fehlenden Privatheit auf dem Grundstück eher abgelehnt.

Weitere Informationen:
Die Ergebnisse der Potenzialanalyse in Kurzfassung zum download
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